| Spargel ist eine sehr beliebte, aber
teure Gemüsepflanze. Das ergibt sich aus dem
aufwendigen Anbau und der kurzen Erntezeit.
Früher wurde beim Spargel die Nachzucht aus
Samen gewonnen, in den ersten beiden Jahren
nach der Aussaat war sehr viel Pflege erforderlich,
ohne dass dem ein Ertrag gegenüberstand. Im
ersten Jahr wurden aus den Samen zunächst Setzlinge
gezüchtet, die dann im Frühling ausgebracht
wurden. Es entwickelten sich Wurzelstöcke und
oberirdische Pflanzen, welche im Herbst umgebrochen
wurden und dem Boden als Dünger dienten.
Erst im dritten Jahr konnte eine halbe Saison
geerntet werden. Im 4. Jahr erbrachte das Spargelfeld
den erhofften vollen Ertrag, der dazu noch von
der Witterung abhängig war.
In neuerer Zeit verwendet man vorwiegend Pflanzenteile,
die nachgezüchtet werden. Diese Pflanzen werden
beim weißen Spargel einjährig in gut vorbereiteten
Böden in Gräben gepflanzt und nach dem ersten
Standjahr eingeebnet. Nach zwei Jahren wird
ein Damm aufgeschüttet. Jetzt kann zum ersten
Mal gestochen werden, aber nur bis Anfang Juni.
Erst ab dem vierten Jahr nach der Pflanzung
setzt die volle Ernte ein.
Das Spargelstechen geschieht in mühevoller
Handarbeit. Nur ein erfahrener Spargelstecher
kann an den feinen Rissen in der sandigen Erde
erkennen, wo eine Stange kurz vor dem Durchbruch
ist. Zuerst wird sie mit der Hand frei gelegt
und dann zwei bis drei Zentimeter über dem Wurzelstock
abgestochen. Das Erdloch wird zugeschüttet und
die Oberfläche wieder geglättet.
In der Spargel-Saison - von Ende April bis zum
Johannistag am 24. Juni - wird jeden Morgen
und Abend frisch gestochen. Der Spargel kommt
dann gewaschen, auf Länge geschnitten, sortiert
und gebündelt auf dem schnellsten Weg meist
zur Auktion auf dem Großmarkt.
Zunehmend vermarkten die Gemüsebauern ihren
frischen Spargel erntefrisch
direkt ab Hof.
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